Unten am Fluss


Kategorie: contemporary drama

Wasser, kaltes. In Wahrheit bloß geschmolzener Schnee, nur nicht mehr ganz so rein. Es fließt, fließt, trägt die Zeichen von Jahreszeiten mit sich und auch wieder fort. Wo? Dort unten, den Schotterweg entlang, im Flussbett natürlich. Das von hier oben nicht zu sehen ist, weil sich das Gelände wölbt wie der Bauch von einer, die bald wirft. Zu hören ist es, das Wasser, wenn man still ist, wenn man sich den Lärm der spielenden Kinder wegdenkt und wenn man aufpasst, mit dem Schotter unter den Fußsohlen nicht zu laut zu knirschen.

Dort oben am Schotterweg, an einem Punkt, an dem der Fluss gerade noch verborgen bleibt, da steht der Mann und deutet nach unten. Ja, da unten sind sie, der Fluss und das Wasser.

Zerfurcht, wenn auch nicht vom Alter, ist das Gesicht des Mannes. Beinahe zur Statue erstarrt, nur die Hand und der ausgestreckte Finger zittern deutlich. Man merkt es ihm an, dass sich in seinen Furchen Geschichten verstecken, in jeder Furche eine andere vielleicht, aber davon will der Mann nichts wissen. Stattdessen erzählt er eine andere Geschichte, eine, die nicht seine ist. Er redet von dem Fluss, oder von einem anderen, und von einem Platz, wo früher die Waschweiber saßen, tratschten oder auch sangen, während sie ihre vor Kälte roten und klammen Hände wieder und wieder ins Wasser tauchten, ins nicht ganz so reine, aber die weißen Laken wurden immer weiß, so lange wurden sie geschrubbt und gewrungen.

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OT


Meine Fresse.

Ich weiß ja nicht mal mehr, wie man einen Blogbeitrag schreibt. Also beinahe zumindest.

Kennt ihr das, wenn sich das eigene Leben mit einem Ruck verschiebt, als träfen einander ein paar tektonische Platten zu einer Erdbebenparty? Da legt sich gleich ein ganzer Kontinent wegen eines Bandscheibenvorfalls auf die Intensivstation …

Na ja, so drastisch war’s ja letzten Endes dann doch nicht (wobei, ohne Untertreibung jetzt, das „letzte Ende“ an sich eine ziemlich krasse Formulierung ist, ganz generell). Vielmehr hatten sich Prioritäten verschoben, und vieles, was irgendwann mal wichtig war, ist es plötzlich nicht mehr – wird es aber vielleicht irgendwann mal wieder. Das sind wohl so die verschiedenen Phasen im Leben.

Man könnte also anstatt von einer Platten- ebensogut von einer Phasenverschiebung reden.

Wie auch immer, im Moment trachte ich danach, diese Phasen, also zumindest eine davon, nämlich die des Schreibens, wieder zu verschieben. Also raus aus dem Abstellkammerl und rein ins Wohnzimmer. Ja, so bin ich nun mal. Ganz rigoros. Nicht benötigte Phasen verschwinden bei mir bald mal in so einem Abstellkammerl. Was aber auch sein Positives hat, denn immerhin besteht für jede einzelne Phase die potentielle Chance, da früher oder später wieder rauszukommen.

Und jetzt ist eben die Schreibphase dran.

Mei – ein bisschen mitgenommen sieht sie ja schon aus … Ist dir etwa kalt? Magst dich setzen, magst einen Tee? Filzpantoffeln vielleicht? Oder Omas kräftige Rindsuppe? Nein, wirklich nicht? – Ach so, verstehe: eine Tastatur also. Warte doch … schau, hier!

(bläst kräftig)

*hust* *hust*

Hier, bitteschön. Ist auch gar nicht staubig (zumindest nicht mehr). Brauchst du sonst noch etwas? Kaffee? Red Bull?

Oh … einfach nur deine Ruhe? Also gut, dann geh ich mal. Und falls immer du was brauchst …

Ja. So bin ich nun mal.

(Wobei, einmal, und das habe ich euch verschwiegen, einmal in den vergangenen 19 Monaten hatte ich die Schreibphase kurz, ganz kurz nur, aus dem Abstellkammerl rausgelassen. Damals allerdings nicht mit dem festen Vorhaben, sie auch draußen zu lassen. Ähm, lest selbst. So zum Aufwärmen.)

Kreatives Schreiben – 16.01.2013, Teil 2


Aufgabe: Inspiration durch Bilder
Zeitvorgabe: Wir schrieben, bis der Kellner uns rauswarf … und weil die Geschichte da noch nicht fertig war, schrieb ich sie zu Hause fertig. Zudem erbat ich mir eine Zusatzkarte, weil ich das Gefühl hatte, dass nach Karte Nr. 6 noch nicht alles erzählt war …

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